LeserInnenbriefe


Leserinnenbrief von Marianne Wimmer, 2. April 2018, Kantonsrätin der SP Ebikon

Ambulant vor stationär: Kanton spart 1,5 Millionen Franken
Ambulant vor stationär – ein Weg mit Stolpersteinen

Die Medien liessen vergangene Woche verlauten, dass der Kanton Luzern mit der Einführung der Liste für 12 ambulante Eingriffe in den ersten sechs Monaten 1.5 Millionen Franken sparen konnte. Nach dem Budgetdebakel im vergangenen Jahr, sollte diese Botschaft uns schon mal optimistisch stimmen, wenn da nicht noch einige Stolpersteine den weiteren Weg erschweren würden.

Das aktuelle Tarifsystem sieht noch immer eine deutlich höhere Vergütung für Spitäler vor, wenn sie die Patienten stationär behandeln. Die Kran­kenversicherungen sehen daher kaum einen Anreiz, Leistungen in den ambulanten Bereich zu verschieben. Denn sie fahren bei einer Verlagerung nicht in jedem Fall besser. Kommt dazu, dass die Kosten für die Nachsorge vom Klient und Krankenversicherer getragen werden muss. Ob die Verlagerung für den Prämienzahler kostenneutral ausfällt, können die Krankenversicherer noch nicht bestätigen.

Mit der zunehmenden Verlagerung von stationären zu ambulanten Behandlungen müssten zudem auch die Spitalinfrastrukturen überprüft und wo nötig, die stationären Kapazitäten reduziert werden. Die Spitalplanung des Kantons Luzern lässt diese Frage noch unbeantwortet.

Krankenversicherungen gehen vermehrt Kooperationen ein oder fusionieren, weshalb auch hinterfragt werden müsste, ob die Grundversicherung nicht kostengünstiger über eine Einheitskasse finanziert werden könnte.

Ein erster Schritt zur Dämpfung der Gesundheitskosten ist getan – jetzt brauchen wir den Mut, auch die nächsten Schritte zu machen.

Marianne Wimmer-Lötscher

Kantonsrätin SP, Ebikon